Danke München
Fünf Minuten vor dem offiziell vorgesehen Beginn bewiesen 2 Electrogothic-Tatu-Russinnen mit schlechten Haarschnitten, dass Goths fast genauso überflüssig sind wie Hippies. Ich mochte das nicht.
Das NIN-Konzert war eher minimalistisch angelegt. Es gab keine pompöse Bühnenshow wie damals 1999, die Bühne hüllte sich stattdessen in warme Dunkelheit und verspielt wabernde Nebelwogen.
Trent sieht nach wie aus wie eine kleine eckige Industrial Leberwurst in schwarzer Lederpelle. Twiggy/Geordie dagegen wirkt glücklich und aufgequollen.
Die Show war wie erwartet toll. Brauch ich ja nix zu sagen. Was unerwartet untoll war, war das Publikum. Das rührte sich nämlich nicht. Bei Lieder von der "With Teeth“ kann ich das verstehen, aber das Münchner Publikum schien das Konzept vom „Beim Konzert tanzen und Spaß haben“ nicht mal ansatzweise verstanden zu haben.
Es gab zum Beispiel keine Mosh Pit. (!) Während des gesamten Konzerts gab es nur einen einzelnen Crowd Surfer. (!!) Im ganzen Innenraum wurde generell nur sehr sehr punktiert hemmungslos herumgesprungen. Hier mal ein Hüpfer, dort ein Hopsassa Teilweise hatte ich das Gefühl, dass sich 80 Prozent des Spaßes der gesamten Halle bei mir und den netten beiden Tschechen neben mir konzentrierte. Und ich bin ja schon einen Tag älter! Währe ich wieder so jung wie damals, dann hätte das nochmal ganz anders ausgesehen. Teilweise wurde ich sogar missbilligend angestarrt. Zum Beispiel von dem kleinen Mädchen neben mir, dass sich zu den harten metallischen Klängen von "Eraser" an ihren stoisch stehenden Compuernerd-Freund schmiegte. Sie schien das alles nicht zu verstehen und wäre wohl lieber wieder ins P1 gegangen
Ein anderes kleines Mädchen erlegte ich versehentlich während "Wish". Wollte mir das Arschgeweih - einen echten 10-Ender- eigentlich an meine Wohnzimmerwand hängen, aber sie starrte mich so menschlich enttäuscht mit ihren brechenden Reh-Augen an, dass ich meine Aufmerksamkeit lieber wichtigeren Dingen zuwandte.
Es blieb unschön. Während Hurt, einem Lied, bei dem mit traditionell die Tränen in den Augen stehen, brüllten irgendwelche Dorfbauern herum. Das ist das einzige Lied des Konzerts, bei dem man NICHT herumbrüllt. Was gibt’s da denn nicht zu verstehen?
Und "Survivalism" kannte außer mir scheinbar keiner.
Das traurige Schlussergebnis: Es gab keine Zugabe! So etwas habe ich mein Lebtag noch nicht erlebt. Keine Zugabe!
Ich kann Trent allerdings sehr gut verstehen, ich schäme mich ja selbst, in dieser Münchner Meute, nein Verzeihung, das war keine Meute, das war allerhöchstens eine Ansammlung, gewesen zu sein. Am liebsten würde ich ihn anrufen und um Verzeihung bitten. Das muss für ihn ein Schlag ins Gesicht gewesen sein.
Ich kann nur hoffen, dass die Frankfurter diese traurige Vorstellung beim nächsten Konzert nochmal überbieten.
Schönen Dank München. Toll hingekriegt.



2 Kommentare:
ma wie traurig. erinnert mich an das tool konzert in leipzig. da war auch absolut tote hose. scheiss emo pack
NIN gibt schon seit Ewigkeiten keine Zugaben mehr (aus prinzip)...
Abgesehen davon ises traurig ja...
Sendu inn athugasemd